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Schpil she mir a lidele

10,00 €

Inhalt:
                                                             
1. As der Rebbe Elimejlach
2. Hobn mir a nidendl
3. Kinderjorn
4. Margaritkelech
5. Oj dortn
6. Schpil she mir a lidele
7. Tumbalalaika
8. Un mir sajnen ale brider
 
Aus dem Vorwort: Seit den 60er Jahren werden sie wieder gesungen: jiddische Lieder. Lieder mit Texten und Melodien voll Lebensfreude oder Melancholie. Sie erzählen von Fröhlichkeit und Schmerz, Liebe, Trauer oder Sehnsucht und beschreiben Eigenart, Brauchtum oder Geschichte der Menschen, die Jiddisch sprachen und sprechen. In diesem Band sind Lieder versammelt, die eher traditioneller Herkunft sind und nicht in der Situation der Verfolgung durch die Nazis entstanden sind. Dennoch drücken auch diese Lieder die Widrigkeiten aus, mit den die osteuropäischen Juden schon immer zu kämpfen hatten. Das Leben im "schtetl", dem typisch jüdischen Viertel, war für die meisten Menschen hart und keine Idylle.
 
Die Melodien haben ihren Ursprung in den Jahrhunderte dauernden Wanderungen der Juden und weisen neben der üblichen west-europäischen Dur-Moll-Tonalität auch häufig typische Tonskalen auf, die oft mit dem Begriff "Klezmer-Musik" assoziiert werden. Eine solche Tonskala ist das sogenannte "Frejgisch" (fröhlich), die sich in dem Lied "Schpil she mir a lidele" findet. Die charakteristischen Intervalle von "Frejgisch" sind: der Halbton über dem Grundton, der dadurch bedingt übermäßige Sekundschritt zur Terz, sowie die große Sekunde unterhalb des Grundtons, also das Fehlen eines Leittons. Erreicht wird ein Effekt, den wir vielleicht als "Orientalisierung" empfinden mögen, der aber seinen Ursprung in den Stimmungen hat, die die jüdische Musik oft vermitteln soll. Erinnert sei hier an die chassidische Tradition, die Tanz und Lied als Ausdrucksform des Religiösen schlechthin begreift. Ich wünsche allen, die sich mit diesen Liedern befassen, dass etwas von ihrer Ausdruckskraft spürbar wird.